Staatsanwaltschaft ermittelt wegen illegaler Beschäftigung gegen Wildeshauser Schlachterei, an der Ministerin Grotelüschen 14 % Anteile besitzt (01.12.2010)


Wildeshausen. Über den letzten Skandal um Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (Puten-Grotelüschen: "Wir brauchen keine sogenannten Tierschützer wie PETA") ist noch nicht einmal richtig Gras gewachsen, da werden schon die nächsten Vorwürfe gegen die Ministerin, deren Familie sich gewinnbringend in der Fleischindustrie betätigt, erhoben: Laut dem NDR-Magazin „Menschen und Schlagzeilen“ ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen den in Wildeshausen ansässigen Schlachtbetrieb Geestland Putenspezialitäten GmbH und Co. KG wegen des Verdachts der Beihilfe zur illegalen Arbeitnehmerüberlassung. Recherchen des Senders haben nach eigener Aussage unzumutbare Arbeits- und Lebensbedingungen für die dort beschäftigten Osteuropäer aufgedeckt. Die Arbeitnehmer, dem Betrieb von einem Subunternehmen aus Sofia / Bulgarien überlassen, sollen zu sechst oder acht in einem Zimmer hausen, teilweise bis zu 16 Stunden am Tag anstrengende Akkordarbeit leisten und mit einem Stundenlohn von nur fünf Euro abgespeist werden. Die Schlachterei soll gegen die gesetzliche Vorgabe, die werkvertraglich gebundenen Mitarbeiter aus dem Ausland nicht die gleichen Tätigkeiten erledigen zu lassen wie fest angestellte deutsche Arbeitnehmer, die einen deutlich höheren Lohn erhalten, verstoßen haben.

Der Putenmastbetrieb Grotelüschen, dessen Geschäftsführer der Ehemann der Ministerin ist, ist mit einer Einlage von etwa 2 Millionen Euro als Gesellschafter an dem Schlachtbetrieb Geestland beteiligt. Im Sommer 2010 war der Vorwurf wegen Tierquälerei gegen einen der Abnehmerbetriebe der Grotelüschen-Küken und somit auch gegen die Ministerin laut geworden, sie hatte ihn nie ernsthaft entkräften können. Ökonomische Interessen sollen auch hinter diesen neuerlichen Vorfällen stecken, denn es sind die Eigentümer der Betriebe, meint die Wildeshauserin Kreszentia Flauger, die von Billiglöhnen profitieren und auf Kosten der hart arbeitenden Menschen ganz hemmungslos ihren Gewinn maximieren.

„Es ist nicht zu fassen, dass unsere Landwirtschaftsministerin schon wieder zeigt, dass sie auf Grund ihrer privatwirtschaftlichen Verstrickungen offenbar nicht dazu in der Lage ist, ihr Amt unabhängig und integer auszuüben“, kommentiert die Fraktionsvorsitzende Flauger die Enthüllungen. „Ich frage mich inzwischen wirklich, wozu das „C“ im Namen der CDU noch steht, wenn selbst eine Ministerin nach dem Vorbild christlicher Nächstenliebe augenscheinlich weder die Interessen der tierischen, noch die der menschlichen Geschöpfe schützt und zum Maßstab ihres Handelns macht, sondern nur ihren Gewinn maximieren will. Ministerpräsident McAllister muss endlich einsehen, dass eine Lobbyistin der industriellen Massentierhaltung als Tierschutzministerin nicht taugt und sie endlich entlassen.“ Die Landtagsfraktionsvorsitzende wird die weitere Entwicklung dieses Falls, um den sich jetzt die Staatsanwaltschaft kümmert, aufmerksam verfolgen. Grotelüschen selbst hüllte sich indes in Schweigen.

>>> Zum NDR-Bericht: "Profitiert Grotelüschen von Billiglöhnen?" vom 01.12.2010

Foto: NDR