DIE LINKE teilt Kritik des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes: Kommunen dürfen nicht für Datenschutzstreit mit Google zahlen (04.05.2010, Jan Langehein)

Hannover. DIE LINKE Landtagsfraktion in Niedersachsen hat die Einigung zwischen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und Google zum umstrittenen Street-View-Projekt kritisiert und sich den Einwänden des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) angeschlossen. Aigner hatte sich mit Google darauf geeinigt, dass Städte und Gemeinden Klagen ihrer Bürger über verletzte Persönlichkeitsrechte mittels ausgelegter Listen zu Sammelwidersprüchen zusammenfassen können.

Die Vorsitzende und datenschutzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Kreszentia Flauger, sagte: „Das mag ja für Google ganz praktisch sein, wenn es sich nicht mit jedem Widerspruch gegen ‚Street View‘ einzeln herumschlagen muss, aber Aigner schiebt das Problem damit einfach auf die ohnehin schon gebeutelten Kommunen ab, denen dadurch zusätzliche Personal- und Sachkosten entstehen“.

Google befinde sich mit seinen Aufnahmen, die jedes Haus und jede Straße im Lande abbilden sollten, in einer juristischen Grauzone, so Flauger: „Das Unternehmen weiß, dass es dabei dauernd Leute fotografiert, die ihre Bilder nicht veröffentlicht sehen wollen, und dabei gegen deren Persönlichkeitsrechte verstößt“. Google wolle dieses Problem möglichst ignorieren, weil eine Lösung seinen wirtschaftlichen Interessen entgegenstehe. Diese Interessen seien aber nicht die der Betroffenen. „Ministerin Aigner muss die Persönlichkeitsrechte der Bürger schützen, aber ohne dabei die Kommunen finanziell und personell zu belasten“, erklärte Flauger. „Etwaige Kosten sollte Google selbst tragen“.