„Kommunen stehen im Regen!“ – Wildeshauser Ortsverband macht vor dem Rathaus auf die Probleme der Städte und Kommunen aufmerksam (04.11.10)

Wildeshausen. Es fällt ein kühler Nieselregen, der in kurzer Zeit die Pappkartons, die vor dem Stadthaus zu einer mannshohen Pyramide aufgeschichtet sind, durchweicht. Begriffe wie Schwimmbäder, Museen, Krankenhäuser, ÖPNV und Schulgebäude sind darauf zu lesen.

Bausteine einer funktionierenden und attraktiven Stadt oder Gemeinde, die zunehmend aus Geldnot dem Ausverkauf an die Wirtschaft oder der Vernachlässigung anheim gegeben werden. Die schwarz-gelbe Politik in Berlin und Hannover behandelt die Kommunen als widerwillig geduldete Stiefkinder und lässt damit auch die Bürgerinnen und Bürger im Regen stehen.

Der Ortsverband der Linken hat am heutigen Donnerstag, den 04.11.2010 diese Aktion auf dem Marktplatz der Stadt veranstaltet, um auf die Not der Kommunen und Städte aufmerksam zu machen. Das von vielen Seiten nachgeplapperte Gerede vom angeblichen Ende der Krise täusche nicht darüber hinweg, dass viele Kommunen und Städte sich nach wie vor in finanziell katastrophalen Situationen befänden und zum Teil nicht mehr wirklich handlungsfähig seien. Oft sehen sähen Kommunen sich dazu genötigt, Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge, kulturelle Begegnungsorte und Freizeiteinrichtungen zu privatisieren. Sparzwang und Privatisierungswahn führten schlussendlich dazu, dass die kommunalen Vertreter immer weniger zu entscheiden hätten.

„Für die Demokratie ist diese Entwicklung eine große Gefahr“, erklärt Flauger, „denn es sind nach einem Verkauf gewiss nicht mehr die Interessen der Menschen, die eine Rolle bei Entscheidungen spielen. Privatisierungen vermindern die Einflussmöglichkeiten der regionalen Politik und schwächen somit auch die Mitwirkungsmöglichkeiten der Menschen. Profitstreben Einzelner tritt an die Stelle des Wohls aller. Es ist dann auch kein Wunder, dass mehr und mehr Bürgerinnen und Bürger sich enttäuscht und resigniert von der Politik abwenden und überhaupt nicht mehr wählen gehen.“