Ausbau der Madsackanteile an der Hanseatischen Verlagsbeteiligung AG auf Mehrheitsniveau bestätigt Bedenken – Medienkonzentration gefährdet Vielfalt der Presse (Christian Degener, 02.12.09)Hannover. DIE LINKE im Landtag sieht ihre Bedenken bezüglich des
Konzentrationsprozesses bei Medienkonzernen bestätigt, nachdem die
niedersächsische Verlagsgruppe Madsack ihre Anteile an der Hanseatischen
Verlagsbeteiligung AG auf Mehrheitsniveau erhöht hat.
„Die Konzentration von immer mehr Zeitungen in der Hand von immer weniger
Unternehmen gefährdet die journalistische Vielfalt“, sagte die Vorsitzende
und medienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Kreszentia Flauger.
Die Linksfraktion hatte bereits im Sommer eine Große Anfrage zu dem Thema formuliert;
die Antwort der Landesregierung erwartet sie für das Januarplenum.
„Das Tempo der Medienkonzentration ist atemberaubend“, kritisierte Flauger.
„Wenn das so weitergeht, steht bald in allen Zeitungen Norddeutschlands das
gleiche – zumindest was die überregionalen Berichte angeht“.
Auch Nachrichtenportale im Internet gehörten überwiegend den
großen Zeitungsverlagen, und das geplante neue Mediengesetz
in Niedersachsen würde ihnen, so es angenommen wird, darüber
hinaus noch den Zugriff auf die regionalen Radiosender ermöglichen.
„Am Ende hört und liest man überall die gleichen Meinungen,
ohne dass auf den ersten Blick erkennbar wäre, dass die Nachrichten
tatsächlich nur noch von wenigen Redaktionen verfasst werden.
Auch deshalb sind wir sehr auf die Antwort der Landesregierung
auf unsere Große Anfrage gespannt“, so Flauger. Ihre Fraktion
behalte sich weitere parlamentarische Initiativen in jedem Fall vor.
„Das Thema ist für unsere Demokratie ungeheuer wichtig und ich hoffe,
dass wir die notwendige Sensibilität in der Öffentlichkeit hierfür wecken können“.