McAllister täuscht mit Castor-Aussage die Öffentlichkeit (Christian Degener, 14.07.2011)

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat Ministerpräsident David McAllister vorgeworfen, die Öffentlichkeit mit seiner Ankündigung, im November finde der letzte Castor-Transport statt, täuschen zu wollen. Kreszentia Flauger, die Vorsitzende der Fraktion, erinnerte daran, dass nach den internationalen Vereinbarungen nicht nur die Castorbehälter aus LaHague zurück nach Deutschland müssen, sondern auch die Castoren aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield. „Damit ist klar, dass es noch mehrere Castortransporte geben wird. McAllister darf also nicht so tun, als wäre das Problem mit den Castoren nach November beendet. Wenn er das behauptet, ist das eine gezielte Täuschung der Öffentlichkeit“, sagte Flauger.

Außerdem gehe die Debatte um die Kosten am Grundproblem der Castortransporte vorbei. „Nicht die Demonstranten sind ein Sicherheitsrisiko, sondern die Castoren mit den radioaktiven Brennelementen. Wohin auch immer sie verfrachtet werden, rollt eine radioaktive Fracht durch Niedersachsen - mit allen Risiken, die ein langer Transport über Schiene und Straße mit sich bringt“, so Flauger. Auch McAllisters Selbstlob zum Atomausstieg sei eine Täuschung. „Der Ausstieg dauert noch Jahre – Jahre, in denen noch viele abgebrannte Brennelemente anfallen, die entsorgt werden müssen“ kritisierte Flauger. „Zumindest den künftig anfallenden Atommüll hätte die Politik drastisch reduzieren können, wenn das Ausstiegskonzept der Linken, das die Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2014 vorsieht, umgesetzt worden wäre.“



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