Wulff muss sich aus dem Kuratorium der evangelikalen Vereinigung ProChrist zurückziehen (Jan Langehein, 15.06.2010)

Hannover. DIE LINKE im Landtag fordert Ministerpräsident Christian Wulff auf, sich noch vor der Bundesversammlung aus dem Kuratorium der evangelikalen Vereinigung ProChrist zurückzuziehen. „Die Religionsauffassung und die gesellschaftspolitischen Positionen von ProChrist passen nicht zur Rolle eines Präsidenten in einem säkularen Staat“, sagte die Vorsitzende der Linksfraktion, Kreszentia Flauger. „Wer dieses Amt bekleidet, darf keine Hetze gegen Schwule unterstützen, oder gegen Frauen, die abgetrieben haben.“ Der Leiter von ProChrist, Ulrich Parzany, ist für seine Ausfälle gegen Homosexualität bekannt und gilt zudem als Verfechter des Kreationismus.

Bereits Anfang Juni war Wulff als Hauptredner beim Arbeitskreis Christlicher Publizisten, ACP, zu Gast, der gerade in Kirchenkreisen umstrittenen ist. Die Linksfraktion hatte deshalb mit einer Dringlichen Anfrage im Landtagsplenum vergangene Woche versucht, die Haltung Wulffs etwa zur Aufnahme des Kreationismus in den Schulunterricht zu ergründen. Die Landesregierung blieb eine Antwort auf diese Frage schuldig.

Flauger: „Ein Bundespräsident, der dem Kreationismus zumindest indifferent gegenübersteht, und ein Bundespräsident, der einer Organisation angehört, die Schwule und Lesben ‚heilen‘ will – den darf es nicht geben“.