Landesregierung muss sich für eine höhere Frauenquote in den Führungsetagen niedersächsischer Unternehmen einsetzen (Christian Degener, 17.09.10)

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, sich stärker für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen. „Die EU-Kommission will, dass in Deutschland bis zum Jahresende 2011 deutlich mehr Frauen in den Führungsetagen der Konzerne sitzen. Dazu muss auch Niedersachsen seinen Beitrag leisten“, sagte die Vorsitzende der Fraktion, Kreszentia Flauger. Die Landesregierung dürfe nicht warten bis die Europäische Union Deutschland zum Glück zwingt. „Das Land kann selbst den ersten Schritt machen und zur Hälfte Frauen in die Aufsichtsräte entsenden, in denen das Land vertreten ist.“, sagte Flauger.

Zugleich forderte die LINKEN-Fraktionsvorsitzende Ministerpräsident David McAllister auf, persönlich für mehr Frauen in Führungspositionen zu kämpfen und sich um die Einführung einer Frauenquote in der Wirtschaft stark zu machen. „ McAllister muss dafür sorgen, dass sich Deutschland im Jahr 2011 nicht EU-weit blamiert“, so Flauger.

Zum Hintergrund:

Die EU-Gleichstellungskommissarin Viviane Reding hatte angekündigt, eine gesetzliche Quote vorzuschreiben, wenn es keine deutliche Steigerung des Frauenanteils an der Spitze von Unternehmen gibt. In Norwegen wurde durch die Einführung einer solchen Quote der Frauenanteil innerhalb von fünf Jahren von 25 auf 45 Prozent gesteigert.