Landesregierung gefährdet Existenz und Arbeit der Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen! (20.01.11)
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat sich nach der heutigen Landtagsdebatte empört darüber gezeigt,
dass die Landesregierung die 56 Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen über ihre weitere Förderung
im Unklaren lässt. „Ein klares Bekenntnis zu diesen Einrichtungen und deren Finanzierung wäre nötig gewesen“,
meinte Kreszentia Flauger, die Fraktionsvorsitzende der Linken: „Die Mehrgenerationenhäuser leisten einen
wichtigen Beitrag für den sozialen Austausch zwischen den Generationen in Niedersachsen. Inzwischen umfasst
ihr Programm fast 500 Angebote, beispielsweise Hausaufgaben- oder Ferienbetreuung für Kinder, Computerkurse
für SeniorInnen, Treffen von Interessengruppen unterschiedlichen Alters oder verschiedene Selbsthilfegruppen.
Es wäre unverantwortlich, diese Institutionen dem Untergang preiszugeben“, erklärte Flauger. Sie hatte das
Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen im September 2010 besucht und mit Sandra Scholz vom Team und Herrn
Brinkhus vom DRK-Ortsverein über die Finanzierungsprobleme und die ungewisse Zukunft der Einrichtung gesprochen.
„Die Lösung kann ganz gewiss nicht sein, die Finanzierung zu streichen und auf das Werben um Drittmittel zu
verweisen, wie es der Landesregierung vorschwebt“, erklärte Flauger, „denn dieses Feld ist ausgereizt.
Die Einrichtungen dürfen nicht in einen Konkurrenzkampf um begrenzte Mittel mit lokalen Kultur- und
Sportvereinen getrieben werden.“ Sie wies darauf hin, dass Niedersachsen als erstes Bundesland Mehrgenerationenhäuser
eingeführt hatte. „Es kommt reichlich selten vor, dass ein Sozialprojekt made in Niedersachsen Vorbildcharakter hat.
Die Landesregierung sollte schleunigst umdenken und diese Besonderheit nicht einfach über Bord werfen.“