Falsche Subventionspolitik führt zu einer Überproduktion von Fleisch und anderen Nahrungsmitteln und Hunger in Entwicklungsländern (Christian Degener, 22.09.10)Hannover. Anlässlich des UN-Milleniumsgipfels hat DIE LINKE im Landtag die Landesregierung aufgefordert, sich für eine EU-Subventionspolitik einzusetzen, die ökologische Nachhaltigkeit und faire internationale Handelsbedingungen fördert. „Wir dürfen uns nicht auf Kosten der Ärmsten dieser Welt bereichern. Niedersachsen wird immer mehr zu einem Agrar-Exportland und hat deshalb eine besondere Verantwortung“, sagte Kreszentia Flauger, die Vorsitzende und europapolitische Sprecherin der Fraktion. Sie kündigte an, dass ihre Fraktion ihre Forderung nach einer neuen Ausrichtung der EU-Subventionen in den Landtag einbringen wird. Zwischen den Exportsubventionen und der Entwicklungshilfe gebe es einen grundlegenden Zusammenhang. „Nahrungsmittelexporte in Entwicklungsländer werden massiv gefördert. Dort können sie dann so billig verkauft werden, dass die heimischen Kleinbauern ihre Ware nicht mehr verkaufen können und ihre Existenzgrundlage verlieren. Anschließend erhalten diese Kleinbauern, die sich vorher selbst ernähren konnten, ein wenig Entwicklungshilfe-Almosen, damit sie nicht verhungern“, sagte Flauger. Dies sei wirtschaftlich sinnlos, für die Betroffenen entwürdigend und oft auch tödlich. Flauger weiter: „Wir erwarten von der Niedersächsischen Landesregierung, dass sie gegen diese perverse Logik vorgeht.“