Landesregierung unternimmt nichts gegen Lohndiskriminierung von Frauen – Flauger fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit (Jan Langehein, 24.03.11)

Hannover. Anlässlich des morgigen „Equal Pay Days“ (Lohngleichheitstag) hat die niedersächsische Linksfraktion ihre Kritik an der Untätigkeit der Landesregierung erneuert. Die Regierung unternehme nichts auf einem Feld, auf dem sie dringend tätig werden müsse, kritisierte Kreszentia Flauger, die Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion: „In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt fast ein Viertel weniger als Männer in den gleichen Jobs – eine der schlechtesten Relationen in der gesamten EU.“ EU-weit liege der Unterschied im Schnitt bei17 Prozent – mit sinkender Tendenz, in Deutschland aber bewege sich nichts.

Zudem bekämen Frauen auch aus anderen Gründen weniger Geld. Flauger: „Es geht nicht allein darum, dass Frauen ein Viertel weniger pro Stunde verdienen, auch die meisten Teilzeitbeschäftigten sind Frauen – in Niedersachsen liegt ihr Anteil bei 84 Prozent“. Über die Fallstricke Lohndiskriminierung, prekäre Beschäftigung und Brüche in der Erwerbsbiographie steuerten viele Frauen auf eine Altersarmut zu. „Und das, obwohl sie ihr Leben lang geackert haben“.

Die Landesregierung wische alle Vorschläge vom Tisch, die diese Probleme lösen könnten, sagte Flauger. „In anderen Ländern ist der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern z.B. kleiner geworden, nachdem ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt wurde – unsere Landesregierung lehnt den Mindestlohn ab.“ Zuletzt hatte DIE LINKE zum 100. Internationalen Frauentag eine ganze Reihe von Vorschlägen in den Landtag eingebracht. Flauger: „Die Landesregierung hielt nicht einen davon für diskussionswürdig: Weder ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft noch die stärkere Unterstützung von Frauenprojekten – und schon gar nicht die Wiedereinführung des Frauenministeriums.“



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