„Von Filipov nicht in die Knie zwingen lassen“ - Fraktionsschefin Flauger besucht Atlas-Streikende (28.10.10)

Ganderkesee. Die Landtagsfraktionsvorsitzende die Linken, Kreszentia Flauger, hat heute die seit fast einer Woche streikende Belegschaft der Atlas GmbH in Ganderkesee besucht, um den Menschen ihre Solidarität zu erklären und sie zum Durchhalten aufzufordern. Sie wurde von der Sprecherin der Linksfraktion für Gewerkschaft und Arbeitsmarkt, Ursula Weisser-Roelle, die diesen Besuch in ihre in dieser Woche stattfindende „Fraktion vor Ort“-Bustour einbaute, begleitet. Auch Genossinnen und Genossen aus den Kreisverbänden Oldenburg-Land, Wesermarsch und der Linken-Arbeitsgemeinschaft „Mehr Demokratie“ waren vor Ort, um mit den Streikenden zu sprechen und ihre uneingeschränkte Unterstützung zu signalisieren.

Flauger, die selbst seit vielen Jahren in der Gewerkschaft ist und lange Zeit in verschiedenen Unternehmen als Betriebsrätin aktiv war, warf ein paar mitgebrachte Kohlen ins Feuer, das in der Kälte nicht nur wärmen soll, sondern auch symbolisch für die Kraft und den Mut steht, mit dem die Streikenden unter harten Bedingungen ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verteidigen.

Der Streik für den Tarifvertrag, gegen den sich der Atlas-Eigentümer F. Filipov nach wie vor mit Händen und Füßen und allerlei unlauteren Mitteln wehrt, wird auch in den nächsten Tagen weitergehen. Flauger begrüßt diese Entscheidung, denn sie ist der Ansicht, Filipov dürfe auf keinen Fall mit dem Druck, den er auf seine Belegschaft ausübt, erfolgreich sein. Auch die Streikenden wissen, es geht nicht nur um ihre eigenen Arbeitsplätze und Existenzen, sondern um etwas Grundlegendes: Filipovs übt massiven Druck auf seine Mitarbeiter aus, der sich in Drohungen, der exemplarischen Entlassung eines Betriebsratsmitglieds und der starrköpfigen Weigerung, mit Gewerkschaft, Betriebsrat und den im Betrieb arbeitenden Menschen überhaupt zu sprechen, zeigt. Würde die Belegschaft unter diesem Druck einknicken, wäre Filipovs Sieg ein Freibrief für andere Unternehmen, die gleichen Schraubstöcke bei ihren Belegschaften anzusetzen, um die eigenen Interessen durchzuboxen. Stattdessen muss man, so Flauger, Filipov dazu zwingen, anzuerkennen, dass in Deutschland Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kein Vieh sind, das man auf die Weide treibt, sondern Menschen, für die ein Arbeitgeber eine gewisse Verantwortung trägt. Sie haben Rechte, die nicht mit Füßen getreten werden dürfen und können. Das muss auch ein Herr Filipov kapieren, wenn er in Deutschland unternehmerisch tätig sein will.“